Jede Frau kann Opfer sexualisierter Gewalt werden – unabhängig von ihrem
Alter, ihrer Kleidung, ihrem Aussehen oder ihrem sozialen Status. Lesbische Frauen, Migrantinnen und Frauen mit
Behinderungen werden dabei nicht nur als Frauen diskriminiert, sondern zusätzlich aufgrund ihrer Nationalität,
ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Behinderung.
Sexualisierte
Gewalt gegen Mädchen und Frauen
hat viele Erscheinungsformen.
Sie beginnt mit der „alltäglichen Anmache“, mit frauenfeindlicher Sprache, Witzen und Beschimpfungen, die wohl jede
Frau und jedes Mädchen kennt und die oftmals nicht einmal als Gewalt definiert wird, eben weil sie „alltäglich“
erscheint. Gewalt
beginnt jedoch
dort,
wo Mädchen und Frauen in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt werden, also bereits dann, wenn sie
bestimmte Orte, Wege oder Situationen meiden müssen, um nicht beleidigt, belästigt oder bedroht zu werden.
(Versuchte) Vergewaltigung / sexuelle Nötigung bedeutet für jede
Frau und für jedes Mädchen eine massive Verletzung ihrer Persönlichkeit und körperlichen Unversehrtheit.
Ihr wird der Wille einer anderen Person mit Gewalt aufgezwungen - und dies in dem sehr sensiblen Bereich
ihrer sexuellen Selbstbestimmung. Vergewaltigung ist die extremste Form sexualisierter Gewalt, bei der
Sexualität als Mittel zur Machtdemonstration, Demütigung und Unterwerfung von Frauen und Mädchen eingesetzt
wird -
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Sexuelle Belästigung, Bedrohung und Angst vor Übergriffen durch Männer
gehört für viele Frauen zum Alltag. Jede Frau und jedes Mädchen kann Opfer sexueller Belästigung werden.
Beängstigende Situationen können im öffentlichen Raum, in der Schule, am Arbeitsplatz, in Verkehrsmitteln,
auf der Straße und sogar in der eigenen Wohnung entstehen. Dazu gehören z.B. taxierende Blicke, Pfiffe,
Bemerkungen über die Figur/ das Aussehen der Frau bzw. des Mädchens, obszöne Witze und Schilderungen sexueller
Erlebnisse in Gegenwart von Frauen und Mädchen, „zufällige“ Berührungen sowie Angrapschen -
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Stalking bezeichnet das beständige Verfolgen, Bedrohen, Belästigen
(z.B. am Telefon, per E-Mail oder SMS, Auflauern, Beleidigen, Bloßstellen etc.) des Opfers.
Die Betroffenen (in der Regel) Frauen werden unter Druck gesetzt; es wird versucht,
ihnen in möglichst vielen Lebensbereichen die Kontrolle zu entziehen. Stalking hat
nichts mit Liebe oder Liebeskummer zu tun –
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Das
Motiv für sexualisierte Gewalt ist nicht Sexualität sondern Macht.
Sexualität wird funktionalisiert, um Frauen und Kinder zu demütigen, sie zu erniedrigen und zu unterdrücken,
mit dem Ziel, sich selbst als mächtig zu erleben. Bei allen Formen sexueller Übergriffe handelt es sich nicht
um gewalttätige Formen von Sexualität, sondern um Gewalt, für die Sexualität benutzt wird.
Wir sprechen deshalb von
sexualisierter Gewalt.