Gewalt gegen Frauen

Wir sind für Sie da!

Den Frauennotruf Bielefeld e.V. erreichen Sie unter

0521 - 12 42 48

oder über unser Kontaktformular.

 

Unsere Sprechzeiten:

Mo. 18.00 - 22.00 Uhr

Di. 10.00 - 12.00 Uhr

Do. 14.00 - 18.00 Uhr

Türkischsprachige Beratung:

Fr. 11.00 - 13.00 Uhr

Russischsprachige Beratung:

Di. 10.00 - 12.00 Uhr

 

Beratung an der Universität Bielefeld:

Do. 12.00 - 14.00 Uhr in L3-119

Tel: (0521) 106 - 4208

Email: frauennotruf@uni-bielefeld.de

Anzeigen-Unabhängige Spurensicherung in Bielefeld (ASS)

Unmittelbar nach einer (versuchten) Vergewaltigung befinden sich die meisten Mädchen und Frauen in einer absoluten Ausnahmesituation. Wir möchten alle Mädchen und Frauen ermutigen, in dieser Situation nicht alleine zu bleiben und sich Hilfe zu holen. Dies gilt zum einen für die psychischPsychisch heißt: seelisch (z.B. Sie sind danach traurig oder haben Angst).e Entlastung und Unterstützung, zum anderen aber auch für eine medizinische Untersuchung und eine damit verbundene Spurensicherung. Einige Frauenärztinnen und -ärzte bieten dies ihren Patientinnen an. Jederzeit, rund um die Uhr und am Wochenende ist eine Untersuchung und Spurensicherung jedoch auch in allen drei Bielefelder Krankenhäusern möglich! Wichtig zu wissen ist, dass eine Spurensicherung erfolgt, ohne dass die Polizei benachrichtigt wird, wenn die Betroffene das nicht möchte! So hat die Frau Zeit, um sich für oder auch gegen eine Anzeige zu entscheiden. Gerne unterstützen wir diese sehr persönliche Entscheidung mit unserem Beratungsangebot.

Weitere Hinweise zu der anzeigenunabhängigen Spurensicherung bekommen alle Mädchen und Frauen in dieser Broschüre: Hier klicken

Film mit mehrsprachigen Untertiteln

Film mit deutschsprachigen Untertiteln

Konzeptein Plan: so soll das laufen. Anzeigenunabhängige Spurensicherung in Bielefeld (ASS)

Gemeinsam mit dem Arbeitskreis „Frauen in und um den Prozess“, kurz AK Prozess, haben wir diese flächendeckendes Konzeptein Plan: so soll das laufen. zur anzeigenunabhängigen Spurensicherung (ASS) in Bielefeld entwickelt und umgesetzt, 2015 konnten wir eine Öffentlichkeitskampagne mit finanzieller Unterstützung des Landes NRW starten.

Der AK Prozess vor mehr als zwanzig Jahren auf Initiative des Frauennotruf Bielefeld e.V. gegründet. Neben der  Gleichstellungsstelle, der Polizei, verschiedenen Rechtsanwältinnen und Beratungsstellen (Mädchenhaus Bielefeld e.V., AIDS-Hilfe Bielefeld, Nadeschda) haben themenbezogen auch das Versorgungsamt, die Staatsanwaltschaft und das  Klinikum Bielefeld im AK Prozess mitgearbeitet. 

Ziel des AK Prozess war und ist es, durch eine bessere Vernetzung aller im Rahmen eines Strafverfahrens beteiligten Institutionen strukturelle Verbesserung für von sexualisierter Gewalt betroffene Frauen und Mädchen zu bewirken. 

Dazu gehörten auch schon vor mehr als fünfzehn Jahren  Absprachen mit dem Klinikum Mitte, welches die medizinische Erstversorgung und Spurensicherung nach Vergewaltigungen auch ohne Strafanzeige durchführte.

Vor drei Jahren hat der AK dann das Thema ASS wieder aufgegriffen, um die bislang eher informellen Vereinbarungen in ein tragfähiges Konzeptein Plan: so soll das laufen. zur anzeigenunabhängigen Spurensicherung zu verwandeln. 

Das Konzeptein Plan: so soll das laufen. wurde auf einer Veranstaltung im Mai 2015 den beiden anderen Kliniken in Bielefeld vorgestellt, daraufhin haben sich sowohl das Evangelische Krankenhaus Bielefeld als auch das St. Franziskus-Hospital entschieden, die vereinbarten  Standards ebenfalls umzusetzen. 

Das Konzeptein Plan: so soll das laufen. sieht vor, dass Mädchen und Frauen nach einer Vergewaltigung zur Untersuchung und Spurensicherung in die Notfallambulanz des Klinikums gehen können. Nach einer Aufklärung und Beratung erfolgt die Spurensicherung in der Gynäkologie nach den fachlichen Standards mithilfe der durch die Polizei zur Verfügung gestellten Untersuchungssets und Dokumentationsbögen. Die ASS unterscheidet sich in keiner Weise von den Spurensicherungen, die durch die Polizei in Auftrag gegeben werden. Das gewonnene Spurenmaterial wird, ggfs. mit der Unterwäsche und dem Dokumentationsbogen in einem abschließbaren Schrank in der gynäkologischen Abteilung mindestens zwei Jahre aufbewahrt. Sollte sich die Frau zu einer Strafanzeige entschließen, kann sie die Klinik über die Polizei bei der Anzeigenerstattung von der SchweigepflichtSchweige-Pflicht bedeutet: Die Beraterinnen dürfen nichts weitersagen. entbinden, die Polizei holt das Spurenmaterial ab und sorgt für den Transport zur Gerichtsmedizin.

Sollte sich das Mädchen/die Frau nicht zu einer Anzeige entschließen, wird das Spurenmaterial nach frühestens zwei Jahren entsorgt, wobei der Dokumentationsbogen weiterhin in einem Aktenordner unter Verschluss aufbewahrt wird. Bei Minderjährigen beginnt die Zwei-Jahres-Frist erst mit Volljährigkeit.

Seit 2008 gibt es, initiiert durch den AK Prozess,  in Bielefeld auch die Möglichkeit eines kostenfreien Screenings auf K.O-Tropfen, so dass dieses im Verdachtsfall ebenso durchgeführt wird wie die Feststellung des Blutalkoholspiegels, sofern Alkohol konsumiert wurde.

Bei der ASS werden die Mädchen und Frauen auch über die Notwendigkeit eines HIV-und Hepatitis-Test informiert, er wird ihnen kostenfrei angeboten. Dieser Test ist notwendig, um im Falle einer Infektion durch die Vergewaltigung den Nachweis zu erbringen, dass diese vor der Tat nicht bestanden hat.

Neben der Spurensicherung erfolgt selbstverständlich auch die medizinische Versorgung der Mädchen und Frauen. Dazu gehört ggfs. auch eine Infektionsprophylaxe und die Beratung über die „Pille danach“.

Im Anschluss an die Untersuchung werden die Mädchen und Frauen über mögliche Beratungsangebote durch das Mädchenhaus und den Frauennotruf informiert, so dass sie sich dort Hilfe und Unterstützung holen können.