Im ersten Halbjahr 2008 wurde die in Aachen erarbeitete Präventionskampagne
„K.O.cktail- Fiese Drogen im Glas“ in der Stadt Bielefeld durchgeführt.
Hintergrund der Aufklärungskampagne
In Beratungsstellen gibt es zunehmend Anfragen von Mädchen und Frauen, die sexualisierte Gewalt erleben mussten und vermuten, dass ihnen vorher sogenannte K.O.-Tropfen verabreicht wurden. Die Tropfen werden von Tätern in offen stehende Getränke gegeben. Dies geschieht häufig in Discotheken, Gaststätten und auf Partys. Allerdings sind es nicht immer fremde Täter, sondern auch flüchtige Bekannte oder Freunde.
Da die Mädchen und Frauen sich aufgrund der K.O.-Tropfen kaum an das Geschehene erinnern können, zweifeln sie oft an sich selbst. Aus Angst, dass ihnen niemand glaubt sprechen viele nicht über das Erlebte. Sie müssen mit der bleibenden Ungewissheit
und dem Erinnerungsverlust leben. Aus diesem Grund haben sich die Mitarbeiterinnen vom Frauennotruf Bielefeld e.V. und dem Mädchenhaus Bielefeld e.V. dazu entschlossen das Thema in unserer Stadt aufzugreifen
und präventiv tätig zu werden.
Die Rahmenbedingungen
Im Rahmen der Präventionskampagne „K.o.cktail“ wurden Karten über die City-Cards Verteiler in Bars, Kneipen und Discotheken ausgelegt. Die Karten enthalten allgemeine Informationen über K.O.-Tropfen sowie Verhaltensregeln: Was kann ich im Verdachtsfall tun. Weitere Infos finden Sie hier.

Am 23. Januar 2008 fand eine Fachveranstaltung zum Thema K.O.-Tropfen statt, die sich an MitarbeiterInnen aus Beratungsstellen, Der Schulsozialarbeit und andere Multiplikatorinnen richtete. Eine Mitarbeiterin vom Frauennortruf Aachen e.V. informierte über das Thema und berichtete über die Erfahrungen der Umsetzung der Kampagne in Aachen. Mitarbeiterinnen vom Frauennotruf Bielefeld e.V. und vom Mädchenhaus Bielefeld e.V. stellten die Umsetzung der Kampagne in Bielefeld vor.
Des Weiteren gibt es dank der Kooperationspartner Klinikum Bielefeld Mitte und dem Labor Krone in Bad Salzufflen seit Anfang des Jahres die Möglichkeit den Verdacht auf Verabreichung von K.O.-Tropfen in Bielefeld anonym und kostenlos überprüfen zu lassen.
Im Verdachtsfall können sich Mädchen und Frauen an das städt. Klinikum Bielefeld Mitte wenden, wo eine Blut und Urinprobe abgenommen wird. Diese wird vom Klinikum aus an das Labor Krone verschickt, welches die Proben auswertet. Nach ca. einer Woche können die Mädchen und Frauen das Ergebnis der Probe im Klinikum Bielefeld Mitte abholen. Die Mädchen und Frauen können sich auf diese Weise Sicherheit über ihre Vermutung verschaffen und haben ein mögliches Beweismittel sollten sie sich zur Anzeige entscheiden.
Wir bedanken uns ganz herzlich für die Unterstützung und Zusammenarbeit bei der K.O.-Tropfen Kampagne beim Mädchenhaus Bielefeld e.V., dem SKPR der Stadt Bielefeld, dem Kommissariat Vorbeugung der Bielefelder Polizei, dem Klinikum Mitte der städt. Kliniken Bielefeld und dem Labor Krone in Bad Salzuflen.