Den Auftakt zum Jubiläum des FRAUENNOTRUF machte die Spenden- und Öffentlichkeitskampagne „1.ooo gute Gründe für Ihre Spende“ im Herbst 2007. Unser Anliegen war mit der Kampagne zu verdeutlichen, was der Mittelpunkt und der Grund ist, das es die Beratungsstelle FRAUENNOTRUF gibt und es so wichtig macht sie zu erhalten und zu fördern: dies sind die zahlreichen Frauen, welche sexualisierte Gewalt erleben mussten. Die Situation von sexualisierter Gewalt betroffener Frauen auf den unterschiedlichen Ebenen (konkret im Alltag, gesellschaftlich und politisch) zu verbessern steht im Zentrum unserer Arbeit. Zur Umsetzung dieser Vorstellungen und Ideen wählte die Grafikerin frei erfundene Frauenvornamen und Buchstabenkürzel, welche das Grundmotiv der Postkarten und Plakate bildete, die in Bielefeld veröffentlicht wurden.
Am 24. Oktober 2007 feierte die Beratungsstelle schließlich offiziell ihr 25jähriges Bestehen – zahlreiche UnterstützerInnen, Klientinnen, Kooperationspartner, und auch ehemalige Mitarbeiterinnen haben aus diesem Grund den Weg in das Theaterlabor Bielefeld gemacht. In einer stimmungsreichen Atmosphäre tauschten sich Gäste und Mitarbeiterinnen über die Arbeit und Erinnerungen der letzten zwei Jahrzehnte aus.
In Einstimmung auf den festlichen Abend würdigte Melanie Rosendahl (Frauennotruf Bielefeld e.V.) in ihrer Rede die vielen Menschen, welche die Arbeit des Frauennotruf auf unterschiedliche Art unterstützen und begleiten, wie unsere Klientinnen, KooperationspartnerInnen, Mitarbeiterinnen, Gründungsfrauen und nicht zuletzt UnterstützerInnen. Lisa Rathsmann-Krohnshage (Stadt Bielefeld) sprach die Grußworte der Stadt.

Als Höhepunkt des Abends spielte die unvergleichliche Lilly Walden das „Ein-Frau“ Theaterstück „Der Schatten der Lawine“. Dieses Stück hatte nur wenige Jahre nach der Gründung des FRAUENNOTRUF Bielefeld e.V. Premiere und wird inzwischen seit 21 Jahren aufgeführt. Bisher hat es nichts an seiner Aktualität oder Spannung eingebüßt. Frau Walden hielt in ihrer Rolle als Rektorin einer Schule dem Publikum den Spiegel vor. Sie zeigte auf eindrucksvolle Weise, wie gesellschaftliche Bewertungen und die unterschiedlichen Versuche, mit dem Thema sexualisierte Gewalt umzugehen, aussehen können: über anrührend hilflos, aggressiv fordernd, grotesk witzig bis ernüchternd real zeigte sie die Vielschichtigkeit möglicher Reaktionen und rief Erinnerungen an eigene Alltagserfahrungen wach. Frau Walden gelang mit einer direkten, klaren Sprache und genauer Beobachtung uns am Ende rausgehen zu lassen mit dem Eindruck: ja, so ist es.... Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals bei allen bedanken, die mit ihrer Unterstützung und Anwesenheit zum gelingen dieses Abend beigetragen haben. Besonderer Dank gilt dabei unseren (ehrenamtlichen) Mitarbeiterinnen und den Vorstandsfrauen, deren Engagement und Hilfe uns trägt und vieles überhaupt erst möglich macht.